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DER AUFSTAND DER DINGE: Jim Avignon zeigte an unserer 11-Meter-Wand seine eigene Weltkarte aus Pappkartons, die er zusammen mit den Brüdern Moritz und Kaspar Metz, entwickelt hat. Seine interaktive Bilderwelt enthielt Symbole, Characters, Objekte und Roboter, die vom Betrachter über Computerspiel-Fernbedienungen und Drehknöpfe animiert und bewegt werden konnten. Der Betrachter konnte also vermeintlich direkten Einfluss nehmen auf das gesamte Geschehen der Avignonschen Weltkarte. Recht zügig hat aber erkennen müssen, dass seine Steuerungsversuche andere Kettenreaktionen auslösen und dass der scheinbar kontrollierte Moment sich in einen viel komplexeren eigenständigen Gesamtzustand verwandelt. Die Maschinen schienen clever genug zu sein, sich selbst weiterzuentwickeln, die Dinge übten ihren eigenen Aufstand. So stellte Avignon in Zeiten der Weltwirtschaftskrise eine hochaktuelle Frage: Was geschieht, wenn Maschinen sich immer mehr verselbstständigen? Was genau lösen innerhalb eines komplexen Mechanismus Kettenreaktionen aus? Welchen Einfluss kann der Einzelne tatsächlich nehmen? Was passiert, wenn Symbole innerhalb eines hochkomplexen Pixelsystems tatsächlich uminterpretiert werden und immer wieder neue, womöglich nicht mehr zu kontrollierende Abbilder erzeugt werden? Die hinter der Installation arbeitende Technik von Moritz und Kaspar Metz basierte auf Modellbau-Servo-Motoren, Nintendo-Wii-Controllern, einem lärmenden Kassenzettel-Drucker und vielerlei elektronischen Mikrocontrollern, die auch auf aktuelle Börseninformationen aus dem Internet zugriffen und visualisieren könnten. Kleinere Installationen der Gebrüder, wie z.B. das fernbedienbaren Roboter-Xylofon „THE PYLOFON“ wurden auf Youtube und in US-amerikanischen Weblogs bereits zu vielbetrachteten Wunderwerken. Eine ausführliche Dokumentation sowie Webcam-Bilder vom „Aufstand der Dinge“ sind während Aufbau und Ausstellung live auf www.metzwerk.net zu sehen. Die Leichtigkeit von Jim Avignons sehr eigener, mittlerweile weltberühmter Zeichensprache zog sich auch diesmal durch die gesamte Ausstellung. So zeigten die bunten Malereien an der gegenüberliegenden Wand der interaktiven Installation weitere Aspekte zum „Aufstand der Dinge“. Seit langem zeigte Avignon wieder einmal eine derart komplexe und animierte Rauminstallation, wie er sie zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn vielerorts präsentierte. THE MISANTROPH GOES VIDEO: Jim Avignon ist in den Wochen vor seiner Ausstellung auf den jungen Künstler Yukihiro Taguchi gestoßen, der in der seiner letzten Ausstellungsphase bei SAKAMOTOcontemporary mit seinen performativen Skizzen und seinem neuen Stop-Motion-Video großen Erfolg verzeichnen konnte. Taguchi hat also noch im Januar 2009 ein Musikvideo zum Song "The Misantroph" von Avignons Band „Neoangin“ produziert. BILDER DER AUSSTELLUNG: ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() © Bernd Wannenmacher |